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Muss es denn immer Strom aus fossilen oder radioaktiven Energieträgern sein?



Was wird in letzter Zeit doch immer über die steigenden Energiekosten lamentiert. Der Ruf nach dem Staat wird immer lauter, doch endlich etwas dagegen zu unternehmen. Auch wenn der Staat selbst einen gehörigen Anteil an dem Drehen der Preispirale hat (durch die Stufen der Ökosteuer), kann man doch nicht übersehen, dass wir an einem Punkt stehen, an dem die Gewinnung der Rohstoffe immer teurer wird. Die Vorräte der einfach zu erschließenden Lagerstätten neigen sich merklich dem Ende zu. Dies schlägt sich natürlich auf die Preise nieder. Außerdem ist Jedermann das Problem der Klimaerwärmung bekannt. So können wir nicht so weitermachen, wie in den letzten Jahrzehnten. Fachleute warnen immer eindringlicher, dass der letztmögliche Zeitpunkt einer Kehrtwende bei der CO2-Produktion bedrohlich näher rückt (point of no return). Wenn dieser überschritten sein sollte, entsteht eine Eigendynamik, die die globale Erwärmung aus sich heraus weiter antreibt. Folgen wären Klimakatastrophen immensen Ausmaßes (Stürme, Überschwemmungen, Dürren usw.) mit all ihren verheerenden Folgen für Mensch und Natur.
Auf diesen Zug versuchen nun die Stromproduzenten in Deutschland aufzuspringen und erklären die Kernenergie zur seeligmachenden Form der Energiegewinnung. Deswegen fordern sie unisono, den beschlossenen Ausstieg aus der Kernkraft zurückzunehmen, je lauter, desto näher der Termin für die Abschaltung eines Meilers rückt. Und wenn sie lange genug die Politik bearbeiten sollten, werden sie zu ihrem Ziel gelangen, da bin ich mir sicher.
Aber kann die Kernkraft die Technik der Zukunft sein? Meines Erachtens muss hier ein klares Nein als Antwort erfolgen. Ich will gar nicht so weit gehen und auf die Folgen des Super-GAU´s von Tschernobyl verweisen. Auch wenn die Technik der deutschen Kraftwerke tatsächlich so sicher sein sollte, wie immer von den Betreibern behauptet (vergessen wir auch einmal all die Störfälle der letzten vierzig Jahre, bei denen nie eine Gefährdung der Bevölkerung bestanden hätte), so ist das Problem der sicheren Lagerung der radioaktiven Abfälle bis heute noch nicht geklärt. Denn man muss schon sehen, dass das Material für die nächsten 40 000 Jahre sicher untergebracht werden muss. Kennt ein Materialforscher ein Material, welches der enormen Strahlung und Wärmebelastung auch nur 100 Jahre standhält? Und dann soll es diese langen Zeiträume überstehen? Wo ist die Fairness, wenn man den nachfolgenden Generationen solchen Müll hinterlässt?

Es geht aber auch anders. Wir Verbraucher haben es in der Hand. Solange wir schauen, dass wir uns den Energieversorger aussuchen, der noch ein paar Cent billiger ist, unterstützen wir den Raubbau an der Natur. Denn Nachhaltigkeit gibt es nicht zum Discounter-Preis. Haben Sie sich denn schon mal informiert, wie viel Sie denn tatsächlich mehr zahlen müssten, wenn Sie auf Wasserkraft oder regenerative Energiegewinnung umschwenken würden? Sie werden sehen, dass dies gar nicht so viel ausmachen muss. Außerdem: Es ist eine Milchmädchenrechnung der Stromversorger, immer nur darauf zu verweisen, dass alternative Energien nicht wettbewerbsfähig seien. Denn dabei verschweigen sie, wie viel die öffentliche Hand alleine in die Erforschung der Kernenergie gesteckt hat, geschweige denn in die Errichtung der Anlagen. Und wer ist wieder mit dabei, wenn eine solche Anlage abgerissen wird? Sie erraten es sicher leicht, es ist wieder die öffentliche Hand, also wir mit unseren Steuergeldern. Wie viel Subventionen kostet der Steinkohlebergbau jedes Jahr? Auch diese zahlen die Steuerzahler und es wird nichts in die Kilowattstunde eingerechnet.

Falls Sie sich dafür interessieren, wie viel mehr Sie denn zahlen müssten bei Nutzung alternativer Energien, gebe ich Ihnen einen Link an die Hand (Stromseite.de). Hiergibt es einen Rechner, in dem Sie ihren Jahresverbrauch eingeben können. Darauf wird Ihnen eine Auflistung aller Stromversorger geboten. Die Angebote mit alternativen Energien haben auf der rechten Seite ein Sonnenblumensymbol. Ich bin mir sicher, dass sich die Mehrkosten im erträglichen Rahmen halten werden.

Auch auf der Seite Atomausstieg selber machen finden Sie hilfreiche Links.

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