Zuschüsse an die Sportvereine über die Sportförderrichtlinien hinaus
27.06.2009: Offener Brief an die Sportvereine der Stadt Isselburg (Ulrich Halfmann)
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Sportkameradinnen und –kameraden,
der beigelegte Leserbrief aus dem BBV vom 25.6.09 enthält am Ende eine Aufforderung an die Sporttreibenden in unserer Stadt, mich auf das Thema des Leserbriefes hin anzusprechen. Ich nehme diese Aufforderung gerne zum Anlass, um Ihnen in der Form eines offenen Briefes meine Haltung zu der Erhöhung des städtischen Zuschusses zu den Bewirtschaftungskosten der Vereinsheime zu erläutern.
Zum Ende des Jahres 2008 hat der Bürgermeister verkündet, dass er wegen der schlechten finanziellen Situation der Stadt "die Reißleine ziehen" müsse und dass er "alle Positionen des Haushaltes auf den Prüfstand stellen" wolle. Dies gelte insbesondere für alle freiwilligen Leistungen der Stadt. Aber schon bald im neuen Jahr verkündete er öffentlich, unterstützt vom SSV-Vorsitzenden Rudi Geukes, die Anhebung des städtischen Zuschusses zu den Bewirtschaftungskosten der Vereinsheime ("Wir lassen die Vereine nicht im Regen stehen").
Mit meinem Empfinden für Gerechtigkeit und Fairness ist dieses Vorgehen nicht zu vereinbaren. Entweder gilt die "Reißleine" für alle oder sie gilt gar nicht. Ein guter Vater kann auch nicht hingehen und dreien seiner Kinder kein Taschengeld zahlen, während er es dem vierten erhöht.
Damit ist überhaupt nichts über die Berechtigung des Anliegens der Vereine gesagt. Natürlich ist mir auch klar, dass die Höhe der Energiepreise die Vereine stark belastet hat.
Die Zuschussanträge des Heimatvereins und der beiden Kindergärten, die in der gleichen Ausschusssitzung vom 4.2.09 wie das Anliegen der Sportvereine auf der Tagesordnung standen, waren es nicht weniger wert, von der Stadt unterstützt zu werden. Unter Hinweis auf die finanzielle Situation wurden aber alle drei –auch von mir- abgelehnt. Dies ist der Hintergrund, vor dem ich es auch bei dem Antrag der Vereine für gerechtfertigt hielt "Nein" zu sagen. Oder mit dem "Ja" so lange zu warten, bis alle Positionen des Haushalts auf dem Prüfstand gestanden haben.
Schon vor dem Beschluss war mir klar, dass meine Haltung dazu missbraucht werden würde, mir eine generell negative Einstellung zum Sport und zu den Vereinen zu unterstellen.Das ist natürlich Unsinn. Ich war jahrzehntelang als Basketballspieler und -trainer aktiv. Ich bin Mitglied in drei Isselburger Sportvereinen und ein begeisterter Seitenlinienpapa, wenn mein Sohn Fußball spielt.
Aber als Stadtverordneter und erst recht als Bürgermeister hat man das Wohl der ganzen Stadt im Auge zu behalten und diesem Gesamtwohl die Interessen einzelner Gruppen unterzuordnen. Und seien die Interessen noch so berechtigt. Und seien die Gruppen auch noch so groß. Von "Verschwendung", wie es der Verfasser des Leserbriefes formuliert, war übrigens von meiner Seite in dem hier diskutierten Zusammenhang nie die Rede.
Ich wünsche mir mit Ihnen und für Sie, dass die Einnahmesituation der Stadt Isselburg es möglichst bald wieder erlaubt, die Leistungen der Sportvereine für die Stadt mit der entsprechenden finanziellen Ausstattung zu unterstützen. Dafür setze ich mich ein.
Ich hoffe, dass ich mit diesem Brief Verständnis für meine in dem Leserbrief kritisierte Einstellung habe wecken können. Für weitere Gespräche und Diskussionen stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.